Casper weiß: nichts setzt so viel Kraft frei, wie zielsicher einen Nerv zu treffen. Es gelingt ihm scheinbar mühelos, unmittelbar Privates in großes Storytelling zu übersetzen und dabei gleichzeitig eine spür-, aber kaum greifbare kollektive Gemütslage einzufangen. Er ist ein Künstler, der tatsächlich etwas zu sagen hat und schreibt das Manifest einer Generation, die irgendwo zwischen Reizüberflutung, Scheinfreiheit und Selbstverwirklichungsdruck nach Halt sucht. Man muss froh sein, wenn unter den gegenwärtigen deutschen Künstlern jemand eine dieser beiden Übungen meistert. Casper muss man zu seiner sich selbst und seine Lebensrealität spiegelnden Sprache einfach nur gratulieren.
Es ist eine Sprache, die keine Angst vor den großen Themen hat, die Sinnsuche anspricht, Liebe, wie sich Liebe ins Gegenteil verkehrt, das Erwachsenwerden, Leben. Es ist auch eine Sprache, die für die großen Themen die passenden Bilder findet. Die nicht abgegriffenen und vor allem diejenigen, die den Platz zwischen den Zeilen so effektiv ausfüllen, dass die Wirkung des Gesagten enorm ist, die des Nichtgesagten aber geradezu explosiv.